Die Anna Elisabeth Balde-Stiftung – Brückenbauer zwischen Deutschen und Polen

 

Am 17. Juni 1991 unterzeichneten Deutschland und Polen einen Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliches Zusammenarbeit – ein Meilenstein der Versöhnung nach den leidvollen Erfahrungen des. 2. Weltkrieges und den Konflikten des „Kalten Krieges“. Und ungeachtet aktueller Irritationen im bilateralen Verhältnis dürfen die Bemühungen, gegenseitige Vorurteile ab – und das gegenseitige Verständnis füreinander weiter auf- und auszubauen, nicht nachlassen.

Deshalb hat der Arzt Joachim Heinrich Balde 2001 die Voraussetzungen für die Gründung der „Anna Elisabeth Balde-Stiftung“ geschaffen, die nachhaltig „die Völkerverständigung zwischen Deutschen und Polen insbesondere in Wissenschaft und Forschung“ unterstützen soll.

Weiterhin soll die Stiftung konkrete Projekte der in Deutschland einzigartigen Spezial-bibliothek zur deutschen Kultur und Geschichte im östlichen Europa – die Martin-Opitz-Bibliothek – in Herne fördern.

 

Die Gründung der Stiftung erfolgte in memoriam an seine Ehefrau Elisabeth Erler, geb. Simon, die er am 19. Dezember 1963 im Frankfurter Römer geheiratet hat.

Die Anna Elisabeth Balde-Stiftung ist Herausgeber der in dieser Domain veröffentlichten Texte.

Joachim Heinrich Balde, Facharzt für Innere Krankheiten, am 26. August 1910 in Wronke (Kreis Samter), Provinz Posen geboren und seit 1913 – nach der Versetzung seines Vaters, der als Beamter im Justizvollzugsdienst tätig war – in Kassel wohnhaft, studierte ab 1931 Medizin in Marburg, Breslau, Berlin und Göttingen. 1938 erfolgte seine Approbation und 1939 die Promotion.

Während des Krieges arbeitete er zunächst als Zivilarzt bei der „Volksdeutschen Mittelstelle“ in Lodz, wo er die deutschen Umsiedler aus Wolhynien medizinisch betreute. Später war er als Militärarzt in Nordhessen und später in Kriegsgefangenenlazaretten in Frankreich.

Nach amerikanischer Kriegsgefangenschaft wurde Balde Mitarbeiter des sozialärztlichen Dienstes in Kassel bis zu seiner Pensionierung 1975.

1957 berief man ihn zum Mitglied der „Historisch-Landeskundlichen Kommission für Posen und das Deutschtum in Polen“ und im April 1959 erfolgte seine Wahl zum „Leiter des Ausschusses für Genealogie“ dieser altostdeutschen landeskundlichen Vereinigung.

Balde setzte das in der Kommission wiederholt diskutierte Projekt eines Posener deutschen Personenlexikons mit dem in den Jahren von 1976 bis 1998 in der von der Landsmannschaft Weichsel-Warthe herausgegebenen Vierteljahresschrift „Der Kulturwart“ veröffentlichten 212 biographischen Artikel um. (1)

Diese Artikel wurden 2003 in einer eigenständigen Veröffentlichung überarbeitet und zusammengefasst herausgegeben. (2)

Diese biographischen Artikel stellen Personen vor, die auf dem Territorium der Provinz Posen geboren wurden oder aber das Leben in der Provinz geprägt haben, ohne aus der Region zu stammen.

Mit dem Einstellen der Herausgabe des Periodikums „Der Kulturwart“ und dem Tod von J.H. Balde ist das Projekt „Posener Biografien“ eingeschlafen“.

Mit der Veröffentlichung dieser ersten Folge „Beiträge zu einem Biographischen Lexikon der Deutschen aus dem Raum der Provinz Posen“ – Schriftstellerinnen und Schriftsteller – soll an die Tradition der Arbeit von J.H. Balde angeknüpft und diese fortgeführt werden.

Neu am Anknüpfen an diese Tradition ist das methodische Erarbeiten der Biogramme- die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe ist zielführend bei der Erstellung dieser „Beiträge…“

Schriftsteller und Schriftstellerinnen deutscher Nationalität bzw. deutscher Staatsangehörigkeit aus dem Raum der Provinz Posen sind sozusagen der Auftakt bei dem Fortführen der wissenschaftlich-publizistischen Tradition des Projektes „ Posener Biographien“. (3)

Eine beeindruckende ehrenamtliche Tätigkeit eines Mannes, dessen Leben vom Miteinander von Deutschen und Polen bestimmt war und über seinen Tod am 26. Mai 2008 mit der von ihm ins Leben gerufenen Stiftung Akzente setzen will.

 

Die Stiftung konnte verschiedene polnische und deutsche wissenschaftliche Einrichtungen und Bibliotheken mit gezielten Buchgeschenken in ihrer Arbeit unterstützen. Aber auch einzelne polnische Historikerinnen und Historiker erhielten für ihre Arbeit gezielt antiquarische Titel. Ein Forschungsvorhaben über die „Posener Neuesten Nachrichten“ und über deren in Fulda geborenen Herausgeber, Georg Wagner, konnte unterstützt werden.

Auch hat die Stiftung die noch andauernde Erschließung des „Galiziendeutschen Archivs“, das die Opitz-Bibliothek in ihren Bestand übernommen hat, finanziell unterstützt.

 

Der stellvertretende Vorsitzende der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages, Herr Dr. Stefan Heck (MdB) informierte sich auf Einladung der Stiftung über die Bedeutung der Opitz-Bibliothek bei der Ausgestaltung der bilateralen Wissenschafts- und Kulturbeziehungen bei einem mehrstündigen Aufenthalt.

 

Gemäß § 80 des Bürgerlichen Gesetzbuches in der Fassung des Art. 1 des Gesetzes zur Modernisierung des Stiftungsrechts vom 15. Juli 2002 (BGB. I S. 2634 ff.) und § 3 des Hessischen Stiftungsgesetzes vom 4. April 1966 (GVBI. I S. 77) in der derzeitigen gültigen Fassung wurde die mit Stiftungsgeschäft vom 26. März 2010 errichtete „Anna Elisabeth Balde-Stiftung“ mit Sitz in Kassel mit Stiftungsurkunde vom 19. August 2010 als rechtsfähig anerkannt durch das Regierungspräsidium Kassel (AZ: 15.1-25 d 04/11-1.92).

 

Das Finanzamt Kassel hat die Stiftung als gemeinnützige Körperschaft anerkannt.

 

Um dem Zweck und dem Auftrag der Stiftung nachhaltig erfüllen zu können, sind weitere Zustiftungen und/oder Spenden erforderlich.

Deutsche Bank Kassel    IBAN DE 98 520 7001 200 28490100   BIC: DEUTDEFF520

 

Kontakt: Harald Schäfer, Amelungstraße 22, 36129 Gersfeld  (baldestiftung@web.de)

 

 

(1) Balde, Joachim Heinrich : Das Arbeitsvorhaben „Biographisches Lexikon der Posener Deutschen“ der Historisch-Landeskundlichen Kommission für Posen und das Deutschtum in Polen. In : Zeitschrift für Ostforschung 29(1980) S. 413-416

(2) Beiträge zu einem Biographischen Lexikon der Deutschen aus dem Raum der Provinz Posen. Nach den 1978-1998 in der Zeitschrift „ Der Kulturwart“ von Joachim Heinrich Balde herausgegebenen „Posener Biographien“. Durchgesehen von Helmut Neubach und Wolfgang Kessler. Herne 2003 (= Beiträge zur Geschichte der Deutschen in Polen und der deutsch-polnischen Beziehungen, 2 )

(3) Für Hinweise, kritische , Ergänzungen Tipps o.ä. ist der Autor dankbar- für entsprechende Zuschriften verwenden Sie bitte die Adresse   baldestiftung@web.de